Kennst du deine inneren Werte?

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Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was deine persönlichen Werte sind? Wenn ja, lebst du deine inneren Werte auch?

Woran denkst du, wenn du das Wort „Werte“ liest? An Wertsachen, Vermögen, Kostbarkeiten, Sachwerte, Geldwerte, Marktwerte oder Tauschwert? Vielleicht aber auch an frühere Zeiten? An Tugenden, Bedeutsamkeiten, Nutzen, Würde, (Lebens-) Prinzipien, Leitbilder, Ideale, Wertmaßstäbe oder Wertvorstellungen. An den Werteverlust in unserer Gesellschaft?

Ich möchte dich zu einer kleinen Reise, zu deinen persönlichen Werten einladen.
Keine pädagogische Reise nach dem Prinzip: “Wo sind denn bloß Ihre Werte hin?” Nein. Eine Reise zu dem Wichtigstem in deinem Leben.

Was sind Werte?

Wenn man sich in den unzähligen Büchern der Psychologie, der Philosophie, der Pädagogik oder der Theologie umschaut, so wird man kein einheitliches Verständnis darüber finden,  was unsere persönlichen Werte sind. Wohl aber einen einheitlichen Grundton.

Demnach sind unsere eigenen Werte unsere persönlichen Überzeugen – Etwas, was wir für besonders wichtig halten. Etwas besonders WERTvolles in unserem Leben.
Werte beeinflussen im großen Maße unser Denken, unsere Entscheidungen und unser Tun. Sie sind unsere oberste Orientierungsinstanz. Wer gemäß seiner Werte lebt, ist mit sich im Einklang. Darüber hinaus helfen uns die eigenen Werte, uns in der teilweise unüberschaubaren Welt zu orientieren, Ziele vor Augen zu haben, etwas uns Wichtiges zu pflegen und uns dafür einzusetzen.

Auch entscheiden wir anhand unserer eigenen Werte, ob wir etwas als falsch oder richtig betrachten. Doch Vorsicht: Das, was wir z.B. als richtig ansehen, kann eine andere Person ganz anders sehen. Denn jeder Mensch besitzt seine ganz eigenen, individuellen Werte und definiert sie für sich ganz verschieden. Werte leiten unsere Betrachtungsweise jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde…

Woher kommen unsere Werte?

Werte sind Überzeugungen, die wir beispielsweise durch wichtige Einflusspersonen oder kulturelle Prägung übernommen haben. Andere wiederum basieren auf eigenen Erfahrungen oder wir haben sie dadurch in uns entwickelt, indem wir uns mit der Frage auseinandergesetzt haben: „Wer will ich sein?“ Jeder Mensch hat ein individuelles Wertesystem, das wesentlich seine Identität mit prägt.

Grundlegend sind Werte zwar relativ stabil, jedoch nicht unveränderlich. Manche Werte treten in bestimmten Lebensphasen mehr in den Vordergrund und schieben andere Werte, zumindest vorübergehend, nach hinten. So mag im mittleren Erwachsenenalter der Wert „Familie“ an vorderster Stelle stehen, während 10 – 15 Jahre später die berufliche Verwirklichung relevanter ist.

Es gibt aber auch Werte, die ein Leben lang bestimmend sind und bleiben.
Wenn beispielsweise jemandem der Wert „Gerechtigkeit“ sehr wichtig ist und sich dieser nicht durch wiederholte negative Erfahrung wandelt, wird er sich fortwährend und über alle Lebensbereiche und Lebensphasen hinweg daran orientieren.

Erkenne deine eigenen Werte

Wenn wir über Werte sprechen, fassen wir diese meist in Oberbegriffe zusammen wie beispielsweise „Familie“, „Glück“ oder „Sicherheit“. Beim Erkennen deiner persönlichen Wertvorstellungen geht es nun darum, diese umfassenden Oberbegriffe:

  • detailiert zu formulieren und so facettenreich wie möglich auszumalen,
  • auf verschiedene Lebensbereiche bezogen zu betrachten,
  • zu hinterleuchten, woher diese Überzeugungen überhaupt kommen.

Du siehst schon: Sich Klarheit über diese innere Antriebskräfte zu schaffen, ist keine „mal-eben“-Übung. Doch du musst ja nicht sofort zu einer ersten Wertehirachie kommen, sondern deine persönliche Werteliste nach und nach ergänzen und ausbauen. Viel aufschlussreicher ist es, sich einem deiner Werte wiederholt, aber dafür fundiert zu nähern.

Plane für die erste Auseinandersetzung deiner persönlichen Werte genügend Zeit ein und beschäftige dich gedanklich ausgiebig mit deinen Werten. So werden innere Suchprozesse ausgelöst die bewirken, dass die Selbstklärung in dir weitergeht und dein Fokus darauf geschärft bleibt.

Du wirst dann beispielsweise im Alltag intensiver selbst beobachten und darüber nachdenken, auf Basis welcher Werte dein Gegenüber wohl gerade entscheidet.
Dadurch gewinnst du Stück für Stück weitere Erkenntnisse über dich selbst und vielleicht überkommt dich der ein oder andere Aha-Effekt. Widme dich dann intensiv mit dem Thema in deiner schriftlichen Selbstreflexion, so lange, bis du ein möglichst klares Bild deines Wertesystems gewonnen hast.

Warum Werte so wichtig sind

Vielleicht fragst du dich, warum es überhaupt einen Sinn macht, deine inneren Werte zu (er-) kennen. Als Coach und aus eigener Erfahrung kann ich dir nur empfehlen, dich deiner inneren Werte einmal bewusst zu werden. Denn diese Werte sind unsere innere Überzeugungen und geben uns die Richtung an, nach der wir unser Leben ausrichten und planen. Ein Mensch der seine inneren Werte nicht kennt, läuft Gefahr, ziellos durch das Leben zu laufen oder fragt sich nach dem Sinn des Lebens.

Auf meiner persönlichen Werteliste stehen beispielsweise die Begriffe „Harmonie“ und „Zufriedenheit“. Dies drückt sich unter anderem in meinem Gerechtigkeitssinn aus und auch in meiner Berufswahl, anderen Menschen zu innerer Harmonie und einem zufriedenen Leben zu verhelfen.
Sie sehen also, innere Werte müssen nicht unbedingt Geld oder andere Vermögen sein. Innere Werte können auch ganz banal der Wunsch nach einem zufriedenen Leben sein, wobei „Zufriedenheit“ jeder Mensch anders für sich definiert.

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So gehst du strukturiert vor:

Es gibt verschiedene Methoden, mit der Arbeit an deinem persönlichen Wertesystem. Es kann sein, dass du in Büchern oder in anderen Internetbeiträgen, abweichende Vorgehensweisen (und verschiedene Definitionen zu inneren Werten) finden. Bei dieser möglichen Methode gehst du so vor:

1. Begriffssuche und Definition

Am besten nimmst du dir kleine Karteikarten und schreibst zunächst auf jede Karte einzelne Wertebegriffe auf, die dir wichtig sind. Frage dich dabei:

  • Was ist mir in meinem Leben wichtig?
  • Was treibt mich an?

Das solltest du zunächst ohne Hilfsmittel tun. Wenn du gar nicht weiterkommst, gibt es im Internet recht leicht zu findende Wertebegriffs-Tabellen, die dir auf die Sprünge helfen. Jedoch Vorsicht: Übernehme nicht einfach Begriffe weil sie gut klingen oder moralisch hoch angesehen sind. Bleibe bei dir!

2. Auswahl & Vertiefung

Wähle die für dich zehn wichtigsten Werte aus und gehe in die Tiefe. Beschreibe ausführlich in Stichpunkten oder Sätzen, was du mit jedem einzelnen Wertebegriff verbindest. Frage dich:

  • Was bedeutet dieser Begriff für mich?
  • Wo kommt dieser Wert her?
  • In welchen Lebensbereichen ist er mir besonders wichtig?
  • Bei welchen Entscheidungen hat mich dieser Wert maßgeblich beeinflusst?
  • Welche Verhaltensweisen zeige ich, die durch diesen Wert bestimmt sind?

Achtung: Werde so konkret wie möglich! Oft werden Wertebegriffe eher auf einer hochphilosphischen Ebene diskutiert, die in der Praxis wenig hilft. Gehe also pragmatisch vor. Untermauere also beispielsweise deine Überlegungen mit konkreten Situationen aus der Vergangenheit, oder mit Wünschen bezüglich deines zukünftigen Verhaltens.

3. Werte-Hierarchie bilden

Kehre nun von den ausführlichen Beschreibungen zu deinen Karten mit den notierten Wertebegriffen zurück und lege diese in eine Hierarchie an. Die Karte mit dem wichtigsten Wert liegt oben. Frage dich dabei:

  • Welche dieser Werte sind mir besonders wichtig?
  • An welchem dieser Werte habe ich schon gezweifelt?
  • Bei welchem dieser Werte würde ich eventuelle Kompromisse machen?
  • Welche dieser Werte sind für mich unverzichtbar?
  • Für welche Werte bin ich schon öffentlich eingetreten?
  • Für welche Werte würde ich gar meine Existenz riskieren?

Das ist keine einfache Übung! Wenn ich zusammen mit Klienten diese Übung erarbeite, dann kommt es manchmal vor, dass sie sich partout nicht für eine Reihenfolge zwischen zwei Werten entscheiden können. Wenn es dir nach längerem Nachdenken immer noch so geht, dann lege beide Werte nebeneinander auf gleiche Höhe.

Aber mache dir bitte nichts vor: Wenn dir dein erarbeitetes Wertesystem zukünftig bei der Richtungsbestimmung helfen soll, musst du ehrlich zu dir sein!

4. Resümee

Frage dich nun bei jedem deiner Werte, wie stark du diesen aktuell lebst.

  • Bist du zufrieden?

Wenn nicht:

  • Was brauchst du oder was kannst du tun, damit  du diesen Wert zufriedenstellender leben kannst?

Wenn du dir deiner Werte bewusst bist, kannst du dich ab sofort bei jeder wichtigen Entscheidung besinnen und dich fragen: Was ist mir wirklich wichtig?
Bei Entscheidungsschwierigkeiten oder Konflikten kannst du analysieren, welche Werte kollidieren.

Blinde Flecken & Co

Nun ist diese Übung im Alleingang schon ganz aufschlussreich, jedoch erlebe ich im Coaching immer wieder, dass sich Menschen etwas vormachen oder Dinge so zurechtrücken, dass alles schön bequem bleibt.

Zudem haben wir blinde Flecken. So sitzen wir nicht selten Fremdwerten auf, die so zur gewohnten Denkweise gehören, dass wir sie nicht hinterfragen. Fremdwerte sind übernommene Überzeugungen, die jedoch nicht zu dem passen, was unserem Wesenskern und unseren Lebensvorstellungen entspricht.

Beispiel: Wenn Eltern überaus darauf bedacht waren, ein hohes Ansehen zu wahren, beeinflusst das die Nachkommen möglicherweise so weit, dass sie stets und ständig darauf bemüht sind, einen gewissen Titel oder Rang zu erreichen oder einen tadellosen Ruf zu haben. Und so kann es sein, dass jemand einen beruflichen Weg einschlägt, der vorrangig auf eine steile Karriere mit entsprechendem Status ausgerichtet ist, die ihn aber leider nicht erfüllt.

Daher ist es interessant, seine in Hierarchie gebrachten Werte mal mit einer vertrauten, objektiven Person zu diskutieren. Das kann beispielsweise ein Freund sein, der dich gut kennt und der dir nicht immer nur beipflichtet, sondern schon auch mal kritisch ist. Oder ein guter Coach, der mit einem zuverlässigen Gespür für Gegensätzlichkeiten, diese mit entsprechenden Fragetechniken ins Licht des Bewusstseins holt.

Wer sich mit seinen Werten beschäftigt, gewinnt übrigens nicht nur eine höhere Klarheit für das eigene Denken und Tun. Die Arbeit öffnet oft auch den Blick für die Werte der anderen, verbessert also die Fähigkeit zum Mitgefühl. Bietet das dann nicht wunderbare Möglichkeiten, auch zu einem besseren Verständnis miteinander zu gelangen?

Und du?

Was sind deine inneren Werte? Lebst du deine innere Werte? Sind innere Werte überhaupt wichtig für deine Lebensgestaltung?

Teile mir deine Meinung mit und schreibe mir dein Feedback als Kommentar. Ich wünsche dir viele gute Erkenntnisse, beim Erstellen deiner persönlichen Werteliste.

Deine Claudia Bäumer alias die Lebensflüsterin

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Ein Gedanke zu “Kennst du deine inneren Werte?

  1. Pingback: Deine persönlichen Wochenimpulse 19.3.-25.3.18 | Claudia Bäumer

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