Blog-Serie “Stärken stärken” Nr. 5 – Authentizität

Authentizität: Sie sind ein ehrlicher Mensch. Sie sagen nicht nur die Wahrheit, sondern Sie leben Ihr Leben auch in einer aufrichtigen und authentischen Weise. Sie sind auf dem Boden geblieben und täuschen nichts vor. Sie sind „echt“.

So wird im Allgemeinen ein Mensch beschrieben, der authentisch ist.
Doch, spielen wir nicht alle im täglichen Leben unsere Rollen? Tagein, tagaus entsprechen wir Erwartungen im Job, erfüllen manche Klischees, oder spielen im Privaten verschiedene Rollen. Vielleicht um anderen zu gefallen, sie zu provozieren, oder beachtet zu werden – Je nach Bedarf eben. Aber ist das alles noch authentisch?

Verständlich, dass da bei vielen Menschen der Wunsch nach Authentizität wächst.
Der Wunsch, die Maske abzunehmen, authentisch zu sein – eben echt zu sein. Aber geht das überhaupt? Und wenn ja, wie?

In meinem Coaching äußern die meisten Klienten zunächst immer wieder, dass sie vor allem authentisch und wahrhaftig sein wollen. Bei genauerem Hinsehen schränken einige ehrlicherweise den Wunsch nach „Echtheit“ wieder ein, da sie manche Folge konsequent authentischen Verhaltens doch nicht haben wollen. Viele verlangen weiter nach Techniken und Tricks, wie sie sich in ein besseres Licht rücken können. Doch ist man dann noch echt?

Staerke Authenzitaet - In Balance leben Coaching Blog

Die Kunst authentisch zu sein

Das Wort Authentizität , leitet sich aus dem Griechischen authentikós und dem Lateinischen authenticus ab und bedeutet so viel wie Echtheit, im Sinne von „als Original empfunden zu werden, man selbst zu sein“. Authentizität fängt immer bei sich selbst an.
Authentische Menschen wirken echt, ungekünstelt, offen und entspannt. Sie strahlen aus, dass sie zu sich selbst stehen, zu ihren Stärken und Schwächen. Authentische Menschen sind gewissermaßen im Einklang mit sich selbst und das spürt auch ihr Umfeld.

Ist doch gar nicht so schwer, einfach so zu sein und zu leben, wie man ist. Oder?

Leider nein. Denn wirklich authentisch zu leben, ist kein bequemer oder leichter Weg; auf einen hundertprozentigen Anspruch gemessen, vielleicht auch gar nicht möglich und sinnvoll. Das einmal wirklich auf die verschiedenen Herausforderungen des Lebens für sich zu reflektieren und zu entscheiden, ist ein überaus spannendes und lohnendes Unterfangen.

Authentische Menschen

  • nehmen sich an, wie sie sind und zeigen sich auch so.
  • stehen klar zu ihrem Weltbild und ihren Ansichten.
  • äußern immer ungeschönt was sie denken, unabhängig davon, ob sie damit die Mehrheitsmeinung treffen oder jemanden vor den Kopf stoßen.
  • bleiben konsequent in dem für sie richtigen Verhalten und Handeln, auch dann, wenn sie Gegenwind bekommen oder Benachteiligungen dadurch erfahren.

Das heißt übrigens nicht, dass sie nicht veränderungsbereit wären. Doch sie sehen klar, wo sie stehen und wo sie hinwollen, übertünchen oder verschönern aber nichts.

Was bedarf es?

Um sich „echt“ zu verhalten braucht es

  • die Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich seiner Fähigkeiten, Eigenheiten, Ansichten, Gefühle und Werte bewusst zu werden.
  • Ehrlichkeit vor sich selbst, d. h. das Erkannte darf nicht zurecht rationalisiert werden.
  • Ehrlichkeit vor anderen – sich also auch genauso „echt“ zu zeigen.
  • Selbstannahme, Mut und Widerstandskraft.

Die Vorteile und das Liebenswerte authentischer Menschen liegen auf der Hand:
Sie verbiegen sich nicht. Das ist sicher nicht immer leicht und die Konsequenzen muss man aushalten können. Dafür vermeiden sie innere Zerrissenheit und sind zufriedener.
Zudem sind sie zuverlässig und jeder weiß, woran er bei ihnen ist.

Viele Menschen empfinden ihr Gegenüber schon dann als authentisch, wenn sich der- oder diejenige ihren eigenen Vorstellungen entsprechend verhält. Menschen mit Ecken und Kanten dagegen sind latent verdächtig, etwas im Schilde zu führen. So kommt es zu der grotesken Situation, dass am Ende diejenigen als besonders authentisch empfunden werden, die ihre Rolle besonders überzeugend spielen.

Die gute Nachricht: Unsere Identität ist kein zementierter Zustand und wir können unsere Persönlichkeit verändern. Es ist also eine Illusion, dass ein Mensch „fertig“ ist, so wie er ist.

Wenn Sie also „Authentizität“  zu Ihren Kernstärken zählen, oder stärken möchten und diese gemäß dem Ansatz der Positiven Psychologie täglich leben wollen um erfüllter zu sein, rate ich Ihnen zunächst zu einer Bestandsaufnahme.

Ich lade Sie ein, nicht nur darüber nachzudenken, was Sie mit dem Wort verbinden, sondern auch zu überlegen, was konkret Ihnen in Sachen „echt sein“ in Ihren verschiedenen Lebensbereichen wichtig ist und inwieweit Sie das schon leben. Überlegen Sie nicht nur, was Sie verändern wollen, sondern auch, wo Sie die Grenzen von Ehrlichkeit und authentischem Verhalten sehen.

Im Berufsleben authentisch sein

So könnte konkret herauskommen, dass Sie Ihre Meinung noch öfter äußern wollen als bisher, beispielsweise in Meetings oder im Gespräch mit bestimmten Kollegen.
Manche meiner Klienten wollen anderen die Bedürfnisse hinter ihren Handlungen klarer machen, um ein besseres Verständnis zu erreichen.

Es kann aber auch sein, dass es Ihnen über das eigene Verhalten hinaus wichtig ist, insgesamt mehr Ehrlichkeit und Authentizität ins Miteinander zu bringen. Dann könnten Sie andere auffordern, sich ungeschminkt zu äußern und ihnen aktiv den Rahmen dafür bieten. Vielleicht wollen Sie auch so weit gehen, Blender zu entlarven oder Dampfplauderei zu stoppen?

Im Privatleben authentisch sein

Viele glauben, dass es im Privatleben leichter sei, authentisch zu sein und zu handeln.
Oft ist das ein Irrtum, denn gerade in familiären, liebenden oder freundschaftlichen Beziehungen ist es noch schwerer, wahrhaftig zu sein und zu sagen, was man ehrlich denkt, beispielsweise weil man andere nicht verletzen oder verlieren will.

Horchen Sie also in sich hinein und prüfen Sie, ob Sie Ihrem Bedürfnis und Anspruch nach Echtheit und Ehrlichkeit tatsächlich schon weitestgehend nachkommen. Wo nicht, überlegen Sie, was zu tun ist und welche Konsequenzen das hat. Das kann ein Gespräch, eine Trennung oder eine Verhaltensänderung sein. Auf jeden Fall entscheiden Sie sich so bewusst. Und Sie können sich im Vorfeld überlegen, wie Sie den Menschen, die Ihnen nahestehen, auch im für sie verträglichen Maße mitteilen, was Sie sich wirklich wünschen.

Darüber hinaus können Sie auch im Privatleben Anlass und Raum für Ehrlichkeit und Offenheit schaffen und auffordern, zu sich, seinen Ansichten und Gefühlen zu stehen.
Das können Sie in der Liebesbeziehung, bei der Kindererziehung, im Sportverein oder in Freundschaften tun.

Reflexionsfragen zur Stärke „Authentizität“

Wenn Sie die Stärke „Authentizität“ unter die Lupe nehmen wollen, sind die folgenden Fragen zur Klärung und Vertiefung für Sie interessant:

  • Was bedeutet Authentizität für mich?
  • In welchen konkreten Situationen oder bei welchen Aktivitäten empfinde ich mich als authentisch? Wo noch nicht?
  • Welche positiven Ergebnisse gehen damit einher, dass ich authentisch lebe?
  • Was bedeutet Ehrlichkeit für mich? Bin ich so ehrlich, wie ich es sein will? Gibt es ein zu viel?
  • Gibt es einen übertrieben hohen Anspruch an Echtheit? Wo stehe ich diesbezüglich?
  • Verhalte ich mich im Berufsleben in für mich ausreichendem Maß authentisch? – Wenn nicht: Was kann ich tun oder verändern, damit es für mich stimmig wird?
  • Verhalte ich mich im Privatleben in für mich ausreichendem Maß authentisch? – Wenn nicht: Was kann ich tun oder verändern, damit es für mich stimmig wird?
  • Bin ich im Berufsleben die gleiche Person wie im Privaten? Oder verhalte ich mich gravierend unterschiedlich?
  • Wie kann ich diese Stärke in Kombination mit meinen anderen Signaturstärken, Interessen und Wünschen verbinden und in mein Leben integrieren? – Gibt es konkrete Schritte, die ich nun diesbezüglich angehen möchte?

Und so geht es weiter

In der nächsten Folge meiner Blog-Serie „Stärken stärken“, geht es um die Signaturstärke Kreativität. Diese Stärke ist gemäß dem Charakterstärkentest der Universität Zürich, unter den Top 5 meiner Signaturstärken, weshalb ich mich auf diesen Beitrag besonders freue.

Gehört Kreativität auch zu Ihren Stärken? Oder wollen Sie wissen, was es damit auf sich hat? – Dann kommen Sie wieder vorbei!

HIER finden Sie eine Inhaltsübersicht, mit allen bisherigen Beiträgen aus der Blog-Serie “Stärken stärken”.

www.inbalanceleben.netWollen Sie den nächsten Beitrag nicht verpassen?
Dann folgen Sie einfach meinem Coaching-Blog (Folgen Button auf der rechten Seite) und Sie werden automatisch per E-Mail über neue Beiträge von mir informiert. Oder Sie abonnieren die RSS-Feeds, dann verpassen Sie nix 😉

Herzliche Grüße & auf Wiederlesen!
Ihre Claudia Bäumer

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s