Blog-Serie: Stärken stärken Nr. 3 – „Lerneifer“

www.inbalanceleben.netDie „Liebe zum Lernen“ ist eine der 24 Signaturstärken, die die Positive Psychologie als glücksförderlich identifiziert hat. Im Gegensatz zur ebenfalls dazu zählenden Neugier, geht es bei dieser Stärke um die systematische Erweiterung seines Wissens und Könnens.

Die Stärke „Lerneifer“ ist bei mir sehr ausgeprägt, was auch der Reflexionsbogen „Was sind meine Stärken?“ gezeigt hat.

Sind Sie jetzt neugierig geworden und fragen sich, an welcher Stelle diese Stärke bei Ihnen steht? Dann können Sie es mithilfe des Reflexionsbogen „Was sind meine Stärken?“ herausfinden.

Was ist Lernen genau?

Staerke Lerneifer - In Balance leben Coaching BlogBevor wir ins Stärkenportrait einsteigen, möchte ich mit Ihnen einen Blick auf den Begriff „Lernen“ werfen:
Lernen ist der absichtliche oder beiläufige Erwerb von etwas Neuem.
Das können neue Denkweisen, Wissen oder Fähigkeiten sein. Lernen gehört zu unseren Überlebensgrundlagen, denn nur dadurch können wir uns an unsere Umwelt und ihre Erfordernisse anpassen, sinnvoll agieren und gegebenenfalls Veränderungen herbeiführen. Lernen können wir alle. Menschen, bei denen es eine Signaturstärke ist, tun es jedoch besonders gern und häufig.

Lernen kann durchaus durch Neugier beflügelt werden. Zumeist ist Neugier jedoch ein eher kurzfristiges Verlangen, das einem Reiz folgt, dem wir aufgrund unseres Erkundungsdranges solange folgen, bis sie befriedigt ist. Lernen hingegen ist ein Prozess, der in der Regel der Wiederholung bedarf. Das wird sehr schön im folgenden Modell deutlich.

Vier Stufen des Lernens

Sicher haben Sie schon einmal vom vierstufigen Modell des Lernens gehört. Zur Auffrischung möchte ich es Ihnen noch einmal kurz anhand eines Beispiels erläutern:

In Stufe eins, der unbewussten Inkompetenz, hat Herr Meier keine Ahnung davon, dass ihn andere für unfähig halten, Konflikte zu lösen. Er weiß auch nicht, dass er keine Konfliktlösungsstrategien anwendet oder dass man so was lernen könnte.

In Stufe zwei, der bewussten Inkompetenz, hat er das durch schmerzliche Erfahrung erkannt. Vielleicht hat es ihm auch jemand gesagt. Er weiß nun, dass er ihn in Sachen Konfliktlösungs-Kompetenz noch was lernen kann. Doch noch hat er keine Ahnung, wie er sich anders verhalten könnte, als heute.

In Stufe drei, der bewussten Kompetenz, hat die Herr Meier ein Konfliktlösungs-Seminar besucht und kennt nun verschiedene Strategien, wie derartige Herausforderungen angegangen werden können. Er weiß also was zu tun ist, muss sich aber noch sehr auf die neu gelernten Vorgehensweisen konzentrieren.

In Stufe vier, der unbewussten Kompetenz, hat Herr Meier die Konfliktlösungsstrategien so oft angewendet, dass sie ihm in Fleisch und Blut übergegangen sind.  Er wendet sie also unbewusst an. Diese Verinnerlichung ist sehr oft Ziel des Lernens.

Lernen ist eine komplexe und vielfältige Angelegenheit, die eine Vielzahl an Tätigkeiten und Fähigkeiten umfasst, unter anderem:

  • Etwas bereits Bekanntes zu erinnern, aufzufrischen und zu vertiefen.
  • Etwas umlernen, also beispielsweise eine Gewohnheit verändern wollen.
  • Etwas einprägen und auswendig lernen, z. B. bestimmte Zusammenhänge, Fakten oder Vokabeln.
  • Etwas zu erfassen, zusammenzufassen oder zu überarbeiten.

Was macht Menschen mit dieser Stärke aus?

Wenn Sie wie ich zu denen gehören, die das Lernen lieben, werden Sie bestimmt auch mehrmals jährlich Aus- und Weiterbildungen besuchen oder werden von Fachbüchern oder Vorträgen die Ihre Interessengebiete bedienen, magisch angezogen. Oft, aber nicht immer, gilt das auch für den Austausch mit Gleichinteressierten oder Menschen, die Ihnen etwas zu für Sie relevanten Themen vermitteln können.

Wie schon erwähnt, gehört zum Lernen auch, sich anpassen zu können. Menschen, die gerne lernen, sind daher zumeist auch flexibel in Bezug auf ihre Reaktionen und Verhaltensweisen bei Veränderungen und Umbrüchen. Anpassen heißt dabei nicht, sich auf alles einzustellen oder alles zu schlucken, was einem angetragen wird oder passiert. Vielmehr sind lernstarke Personen sehr schnell dabei, die Dinge systematisch zu erfassen oder zu schauen, wie andere etwas in ähnlicher Situation angegangen sind. Zumeist sind sie auch schneller darin, sich Hilfe von anderen zu holen, statt ewig allein weiterzustrampeln oder zu brüten.
Nicht selten geht diese Stärke aber auch mit einer hohen Veränderungsbereitschaft einher.

Lerneifrige Menschen haben ein fundiertes Wissen in ihrem Fachgebiet, und/oder eine ausgezeichnete Allgemeinbildung. Sie halten sich mit Freude auf dem Laufenden und sind oft vielseitig interessiert. Interessieren tut sie daher zumeist auch, wie man erfolgreich lernt.
So können sie ihre Wissbegier noch besser stillen.

Vorteile

Die wesentlichen Vorteile, die die Liebe zum Lernen mit sich bringt, sind:

  • Hohe Kompetenz, nicht selten gepaart mit Expertenstatus.
  • Geistige Flexibilität und Fitness.
  • Gute Steuerungs- und Anpassungsfähigkeiten.
  • Und das Beste ist: Das allseits geforderte „lebenslange Lernen“ ist kein Muss oder Zwang, sondern ein Lustgewinn, der bereichert und zufrieden macht.

Im Sinne des Stärken-stärken-Ansatzes geht es nun wieder darum, Ihre Stärke Lerneifer möglichst intensiv einzusetzen, um noch zufriedener und glücklicher zu leben.

Liebe zum Lernen im Berufsleben

Es gibt eine Vielzahl an Berufen, in denen kontinuierliches Lernen unumgänglich ist.
Dazu gehören Steuerberater, Ingenieure, Ärzte, Coachs, PR-Leute … – Wohl dem mit dieser Stärke, der so einen gewählt hat. Als lernbegieriger Mensch werden Sie die naheliegenden Dinge, wie das regelmäßige Lesen von Fachzeitschriften oder das besuchen von Seminaren, bereits alle tun. Oder nicht? Dann kann das ein Ansatzpunkt sein, diese Stärke zu stärken.

Darüber hinaus können Sie sich mit Gleichgesinnten regelmäßig zum Wissensaustausch verabreden oder bei anderen Menschen und Kollegen schauen, was die so an Erfahrung und Know-how haben. Jedes „über den Tellerrand gucken“ bringt auch Lernerfolge mit sich.
Somit könnten Sie sich z. B. Vorgehensweisen verschiedener anderer Fachgebiete anschauen und wo sinnvoll übernehmen. Oder Sie informieren sich, wie Ihr Thema in anderen Unternehmen, im Ausland oder in anderen Kulturen angegangen wird.

Wissensaustausch und Erweiterungs-Netzwerke können Sie über den Kreis Ihrer Gleichgesinnten und Kollegen hinaus pflegen, und zwar sowohl online als auch offline. Online können Sie es per Forum oder im Rahmen eines Corporate Blogs tun.
Offline-Treffen mit Gleichgesinnten können Sie entweder selbst organisieren oder Sie nutzen die Gelegenheit, sich im Rahmen von Fachmessen oder Kongressen zu treffen, auf denen sich die relevanten Personen sowieso tummeln.

Wissensmanagement und -austausch ist in vielen Firmen ein angesagtes Thema.
Vielleicht ja auch in Ihrer? Dann mag es eine für beide Seiten gewinnbringende Idee sein, wenn Sie sich mit der verantwortlichen Stelle in Verbindung setzen und hier unterstützend tätig werden.

Die Möglichkeiten, seiner Liebe zum Lernen im Berufsleben zu frönen, sind nahezu unbegrenzt. Man muss ihnen nur auf die Spur kommen und es dann auch angehen. Was also könnten Sie in Ihrem Umfeld tun?

Liebe zum Lernen im Privatleben

Gleiches gilt für das Privatleben. Auch hier gibt es eine Fülle spannender Möglichkeiten, seine Lernliebe aktiv zu leben. Wissenszirkel und Austauschgruppen gibt es zu fast allen Themen online und offline zuhauf. Wenn Sie sich in Sachen Kindererziehung schlau machen und austauschen wollen, können Sie das in lokalen Elterngruppen tun oder auf Internetportalen. Zudem gibt es natürlich für so ziemlich jedes Thema eine Vielzahl von Ratgebern, Zeitschriften, Vorträgen, Blogs etc.

Ich selbst schreibe leidenschaftlich gern und bin auch immer daran interessiert, mein Handwerk zu verbessern, mein Wissen zu erweitern und mich auszutauschen. Daher pflege ich nicht nur regelmäßig den Kontakt zu Menschen mit gleichen Interessen, sondern bin generell an Menschen interessiert. Ich lerne von Menschen für Menschen. – Überlegen Sie doch mal, welche Möglichkeiten es in Ihrer Umgebung oder im Internet zu Ihren Wissbegier-Themen gibt oder was Sie selbst initiieren könnten.

Kurse und Seminare zu belegen, sind in Sachen Wissenserwerb ein Klassiker, beispielsweise bei Volkshochschulen oder bei anderen lokalen Akademien. Es gibt für viele Themen auch immer mehr Online-Workshops. Für manche Themen gibt es auch Lernurlaube, beispielsweise zum Kochen oder Sprachen lernen.

Und es gibt Selbstlernkurse, die ich für mich persönlich bevorzuge, wenn möglich. So kann ich neben Beruf und Familie, bei freier Zeiteinteilung und Ortsunabhängig, stetig mein Wissen erweitern. Bei einem Selbstlernkurs oder -seminar, bekommen Sie die Lernlektüre entweder in wöchentlichen Lektionen oder auf einen Rutsch per E-Mail zugesandt. Den Stoff können Sie dann im eigenen Tempo, überall und jederzeit für sich erarbeiten. Bei manchen Selbstlernseminaren/-kursen, wird darüber hinaus vor Ort ein praktischer Teil angeboten, um das Erlernte zu üben und zu festigen. Ich selbst biete Selbstlernkurse an, wie beispielsweise ein Selbsthypnose-Seminar, mit einem theoretischen und einem praktischen Teil.
Mehr Informationen zu meinem Selbstlernseminaren, finden Sie HIER.

Zum Abschluss nun vertiefende Fragen, um Ihren persönlichen Lernvorlieben und -möglichkeiten auf die Spur zu kommen:

Reflexionsfragen zur Stärke „Lerneifer“

Wenn Sie die Liebe zum Lernen aktiver leben wollen, fragen Sie sich doch mal:

  • Was bedeutet die Stärke „Lerneifer“ konkret für mich?
  • Welche Vorteile bringt mir diese Stärke in meinem Leben?
  • Welche Themen interessieren mich beruflich besonders?
  • Welche Themen interessieren mich privat besonders?
  • Wie lerne ich am liebsten?
    • Allein oder mit anderen?
    • Online durch Lesen oder in Workshops oder Offline in Präsenzseminaren oder auf Kongressen?
    • Durch Abschauen von anderen?
    • Im Austausch mit anderen?
    • Durch das Selbstaneignen mithilfe von Selbstlernkursen, Büchern & Co?
  • Welche konkreten Möglichkeiten gibt es für meine Interessengebiete? – Recherchieren Sie dafür im Internet, reden Sie mit Leuten, checken Sie Veranstaltungspläne …
  • Wie kann ich diese Stärke mit meinen anderen Kernstärken verbinden und aktiv leben?
  • Was konkret will ich nun diesbezüglich angehen?

Und so geht es weiter:

Im nächsten Stärkenportrait geht es um Urteilsvermögen. Gehört diese auch zu Ihren Stärken? Oder wollen Sie wissen, was es damit auf sich hat? – Dann kommen Sie wieder vorbei!

HIER finden Sie eine Inhaltsübersicht, mit allen bisherigen Beiträgen aus der Blog-Serie „Stärken stärken“.

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Herzliche Grüße & auf Wiederlesen!
Ihre Claudia Bäumer

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